Eigentlich wäre heute Launch gewesen |
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Der 1. Oktober stand lange fett in unserem Kalender. Heute sollten wir uns eigentlich zum ersten Mal alle in einem Raum sehen, wir und ihr, unsere Leser*innen. Dann kam, was bei Projekten dieser Art immer kommt: Termine, Technik und die Frage, ob man pünktlich sein will oder doch lieber gut. Wir haben uns für Zweitweres entschieden. Neuer Termin ist der 29. Oktober, 18.30 Uhr, im Teranga.
Die gewonnene Zeit haben wir genutzt, um uns ein paar unbequeme Fragen zu stellen. Zum Beispiel, ob ein Newsletter über Zivilgesellschaft nicht selbst ein bisschen mehr nach Gespräch klingen müsste. Unsere Antwort ist das neue Format.
Jede inhaltliche Ausgabe steht künftig unter einer Frage. Zugespitzt, gern unbequem und immer im Format: "Was wäre wenn... ?" – also was wären die konkreten Auswirkungen, wenn eine utopisch scheinende, politische Forderung verwirklicht wäre? Darauf antwortet jemand aus der Zivilgesellschaft. Und dann eine zweite Stimme, aus Politik, Wissenschaft, einem Verband oder dem Journalismus. Ein simples Pro und Contra wollten wir dabei bewusst vermeiden. Die Welt ist selten in zwei Lager sortiert, und die interessanteren Gedanken entstehen meist dort, wo zwei Perspektiven sich reiben, ohne sich zu bekämpfen.
Einmal im Monat setzen wir beide Stimmen an einen Tisch. Daraus wird ein Podcast, auf Deutsch, Französisch oder Luxemburgisch, je nachdem, wer spricht. Vorher wollen wir aber euch an einem Tisch haben. Am 29. Oktober trifft sich die Futur(s)-Community im Teranga, ohne Bühne und ohne Programmheft. Dafür Getränke, Snacks und ein paar Gesichter, die man bisher nur als Absender kannte, und Zeit zum Reden. Kommt vorbei. Dazwischen gibt es weiterhin diesen Community-Newsletter. Mit Terminen, Leseempfehlungen und dem, was uns unterwegs auffällt. Zum Beispiel, dass wir gerade einen Staatsbesuch aus Finnland hatten, das Anfang des Jahres aus der Ottawa-Konvention gegen Antipersonenminen ausgetreten ist, um seine Grenze zu Russland verminen zu können.
Bis dahin eine Bitte: Leitet diese Mail an eine Person weiter, die sich einmischt. Knapp 400 sind wir. Da geht mehr. |
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Futur(s) geht in die zweite Saison |
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Weil man über Zukunft nicht nur schreiben sollte, feiern wir den Neustart auch. Donnerstag, 29. Oktober 2026, 18.30 Uhr Teranga, 35 avenue de la Libération, L-3850 Schifflange
>>> ZUR ANMELDUNG <<< |
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Zwei Bücher über das, was eine Gesellschaft schützen muss. Schröder fragt, wer uns verteidigt, wenn die nächste Krise vor der Haustür steht, und was wir selbst dazu beitragen können. Scherbakowa erzählt, wie in Russland eine ganze Zivilgesellschaft zum Schweigen gebracht wurde. Beide machen klar, dass Sicherheit und Freiheit keine Selbstverständlichkeiten sind. |
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Schutz in Krisenzeiten – Ursula Schroeder
Am 18. September stand der Findel still. Drohnen über dem Flughafen, der Premier rief eine Krisenzelle zusammen. Wer da noch glaubte, Sicherheit sei Sache der anderen, wurde eines Besseren belehrt. Ursula Schröder, Direktorin des Hamburger Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, nimmt in ihrem Buch das ganze Gefüge auseinander: Armee, Katastrophenschutz, Krankenhäuser, Stromnetze. Ihr Befund: Vieles davon ist für eine ruhigere Welt gebaut. Schröder bleibt dabei nicht beim Staat stehen. Sie fragt, was Gemeinden, Vereine und Einzelne beitragen können, wenn die nächste Krise kommt. Wer bei Verteidigung nur an Panzer und Prozentziele denkt, bekommt hier ein breiteres Bild. Ein Buch für alle, die das Thema nicht den Militärs überlassen wollen.
Piper, 2026 |
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| Der Schlüssel würde noch passen – Irina Scherbakowa
Die Tür ist noch da, das Land dahinter nicht mehr. Scherbakowa hat Memorial mitgegründet, jene Organisation, die über Jahrzehnte die Opfer des sowjetischen Terrors dokumentierte. Ende 2021 ließ der Staat sie auflösen, ein Jahr später bekam sie den Friedensnobelpreis. Da hatte Scherbakowa Russland schon verlassen. In ihren Erinnerungen erzählt sie von ihrer Familie, von Moskau und von einem Leben zwischen Archiv und Widerspruch. Man liest dabei mit, wie langsam und dann sehr schnell eine Zivilgesellschaft zum Schweigen gebracht wird. Wer glaubt, so etwas passiere nur anderswo, sollte genau hinschauen. Für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 nominiert.
Droemer, 2026 |
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Für kommende Woche haben wir noch einen Essay in der Hinterhand.
Mit 16 stand David Hoffmann hinter seinem Vibrafon im Hotel Le Royal und spielte Smooth Jazz für einen Charity-Ball. Gutes Taschengeld damals. Heute findet er solche Abende abstoßend. Warum, erklärt der Mitarbeiter der Action Solidarité Tiers Monde in seinem Essay über Luxemburgs Ruf als Musterschüler der Entwicklungshilfe. Ein Prozent des Nationaleinkommens, viel Lob, viel Schulterklopfen. Hoffmann hält die Rechnung für unvollständig. Und er stellt eine Frage, die zwei Jahre vor den Wahlen niemand gern hört.
Bis zur Veröffentlichung des Essays wünsche ich |
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